Auf in die Natur: 4 geniale Rundwanderwege auf Mallorca

Wanderung Puig de L'Ofre
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Wie kann man eine Insel wie Mallorca am besten erkunden und erleben? Natürlich indem man sich abseits der ausgetretenen Touristenpfade und weitab der Partymeile bewegt. Wir zeigen dir 4 geniale Rundwanderwege auf Mallorca!

„Was? IHR fliegt nach Mallorca?“

Das passt doch überhaupt nicht zu euch, da werdet ihr euch eh nur langweilen. So und ähnlich reagierte unser Freundeskreis auf unsere Reisepläne.

Wir erklärten, dass wir eine Finca mieten, uns einen Mietwagen nehmen würden und das ganze keine Pauschalreise sei. Nach dieser Aufklärung waren alle erleichtert und machten sich keine großen Sorgen um uns 😉

Während unseres 14-tägigen Aufenhaltes erwanderten wir Teile der Insel. Wir erkundeten vier verschiedene Rundwanderwege.

Ich verwende sehr gerne die Rother Wanderführer. Beim Rother Wanderführer für Mallorca gibt es sogar die GPS Daten im Internet. Somit war schnell klar, dass Stephan die Vorhut übernehmen würde. Er ist nämlich in solchen Fällen immer der perfekte Navigator.

Für alle, die den Rother Wanderführer ebenfalls verwenden, habe ich die jeweilige Nummer der Wanderung mit angegeben.

Rundwanderweg Halbinsel Alcúdia – Nr. 51

Dieser tolle Rundweg führt über 12,7 km und bietet herrliche Panoramablicke über die Halbinsel Alcúdia. Los ging es am Parkplatz „Ermita de la Victòria“. Der erste Anstieg führte moderat über eine breite Forststraße aufwärts. Sehr bald hörten wir das typische „Meckern“ der hier lebenden Wildziegen. Sie sind recht scheu und verschwinden oft schnell im Dickicht oder auch im Steilhang. Immer wieder erstaunlich, wie sich Ziegen an solch steilen und steinigen Hängen scheinbar locker flockig fortbewegen, oder?

Sobald wir die ersten paar Hundert Meter hinter uns gelassen hatten, gab es die ersten tollen Aussichten zu bestaunen. Viele Stellen luden zu Fotos und einer damit verbunden kurzen Trink- und Verschnaufpause ein. 🙂

Wanderung Halbinsel Alcúdia auf Mallorca

Kurze Zeit später verläuft der Weg im Zickzack-Kurs steiler bergauf. Der Gipfelpunkt bietet eine herrliche Sicht auf die Badebucht von Coll Baix. Wer eine kühle Erfrischung braucht, der kann den Pfad hinunter zur Bucht nehmen. Wir verzichteten darauf.

Wanderung Halbinsel Alcúdia auf Mallorca

Anschließend lag ein Stück Abstieg vor uns. Der Weg hinunter ist mit teilweise größeren Steinen übersäht. Trittfest solltest du also schon sein. Uns machte das nicht viel aus, aber Stephans Mutter hatte mit den Felsen manchmal so ihre Schwierigkeiten.

Picknick-Platz

Kurze Zeit später kamen wir an einer Art Picknickplatz an. Dort befindet sich eine Dixie-Toilette. Aus dieser bin ich rückwärts wieder herausgegangen. Also, ich habe schon viel gesehen (gerade in Hongkong, Thailand und in unterschiedlichen Nationalparks der USA), aber das war wirklich unbeschreiblich. Ich erspare euch weitere Ausführungen 🙂

Von dort liefen wir weiter über einen breiten Waldweg. Rechts führt der Wanderweg durch ein trockenes, aber felsiges Flussbett. An dieser Stelle fanden wir ein Feld mit ganz vielen Steinmännchen.

Wanderung Halbinsel Alcúdia auf Mallorca

Da hatten wohl einige Wanderer zu viel Zeit 😉

Die Wanderung führte moderat weiter durch die Landschaft. Mal bergauf, mal bergab. Alles lässig zu gehen. Wir genossen die Ruhe, das Wetter und den Wind, der leicht durch die Bäume und Gräser blies.

Wanderung Halbinsel Alcúdia auf Mallorca

Das letzte Stück zum Parkplatz wurde dann doch nochmal richtig böse. Dort geht es nämlich richtig steil bergauf. Teilweise war der Hang etwas matschig. Ich lief voran. Plötzlich war niemand mehr hinter mir zu sehen. Ich ging um die letzte Kurve zurück. Wie ich feststellen musste, hatte sich bei Stephans neuen Wanderschuhen die oberste Öse der Schnürung an einem Schuh gelöst. Die Öse fand er auf dem Weg und nahm sie mit – in der Hoffnung, dass wir einen Schuster finden würden, der den Schuh reparieren kann.

Paella zur Belohnung

Am Ende des Weges kamen wir wieder am Parkplatz aus. Am Auto schlüpften wir alle vergnügt in anderes Schuhwerk. Eine Wohltat nach einer Wanderung 🙂 Wir kehrten im Restaurant Mirador de la Victoria in direkter Nähe zum Parkplatz ein. Fünf Minuten später hielten wir alle ein verdientes, kühles Getränk in den Händen und suchten uns etwas leckeres zu Essen aus. Für Stephan und mich gab es eine kräftige Paella. Stephans Mum begnügte sich mit einer schmackhaften Tomatensuppe.

Kurzes Fazit

Diese Wanderung ist mit ein paar wenigen steilen Stellen wirklich gut zu laufen. Das richtige Schuhwerk sollte man aufgrund des Abstiegs schon anhaben. Uns begegnete nur eine handvoll anderer Leute. Eine schöne Route, um einfach die Aussicht und Ruhe zu genießen.


Torrent de Pareis – Nr. 38

Der Torrent de Pareis ist das gewaltigste Naturwunder der Insel Mallorca. Diese großartige Schlucht liegt an der Nordwestküste der Insel. Es gibt zwei Möglichkeiten den Torrent zu erleben. Eine davon ist, die Schlucht komplett zu durchwandern. Dafür sollte man eine Top-Kondition mitbringen, vernünftige Wanderschuhe anziehen und gut vorbereitet sein. Leider hast du hierbei das „Einweg-Problem“. Du steigst in Escora in die Schlucht ein und kommst an der Bucht Sa Calobra aus. Einmal täglich fährt ein Bus aus der Bucht zum Startpunkt zurück. Für uns waren die Abfahrtzeit des Busses allerdings nicht passend.

Eine weitere Möglichkeit ist die „Schnuppertour“ durch die Schlucht. Bei dieser Wanderung läufst du in den Torrent de Parais rein und auf den gleichen Weg wieder hinaus. Insgesamt beträgt die Strecke 3 km und du solltest eine Stunde bis eineinhalb Stunden einplanen. Die „Schnuppertour“ ist dennoch kein Spaziergang! Gutes Schuhwerk, ausreichend Wasser und einen Snack solltest du dabei haben.

Anfahrt zum Torrent de Parais

Die Serpentinenstraße bis zum Startpunkt, der Bucht Sa Calobra, war bereits ein Erlebnis. Unzählige Haarnadelkurven und der berühmte Krawattenknoten waren zu umfahren. Bei dem Krawattenknoten schlängelt sich die Straße in einer 270-Grad-Kurve um sich selbst.

Die Ausblicke sind der Wahnsinn und es ist schade, dass es wenige Möglichkeiten zum Parken gibt. Für mich hieß es bei den ganzen Kurven immer schön mit nach vorne zu gucken, sonst wird mir nämlich ganz schnell schlecht. Stephan war etwas traurig, dass wir mit einem SUV mit kleinem Motor fuhren. Mit einem sportlicherem Gefährt machen die Kurven sicherlich viel mehr Spaß 😉

Anfahrt Torrent de Pareis

Ein paar schnelleren Fahrzeugen machten wir freundlicherweise Platz 🙂 Extrem spannend wird es übrigens, wenn dir Reisebusse entgegen kommen… Auf der Hinfahrt gab es dieses Problem noch nicht.

Am Parkplatz angekommen, stellten wir erstaunt fest, dass die Schrankenanlage hochgeklappt und eingepackt war. Durften wir hier wohl parken? Es war niemand da, den man hätte fragen können. Also stellten wir das Auto ab, schnürten unsere Wanderschuhe und liefen Richtung Torrent.

Parkplatz Torrent de Pareis

Apropos Wanderschuhe: die Schuster, die wir bzgl. der Reparatur von Stephans Wanderschuhe fragten, sagten, dass dies nicht möglich sei. Stephan verschnürte die Schuhe dann anders und konnte sie zumindest für diesen Urlaub noch nutzen.

Die Schnuppertour

Der Weg führte erst Richtung Kiesstrand, diesen ließen wir links liegen und liefen in die Schlucht. Anfangs war der Weg noch mit Schottersteinen ausgelegt und gut begehbar. Ein paar Minuten später kamen dann die ersten Felsbrocken. Stephans Mutter entschied sich hier für den Rückweg und wollte am Strand auf uns warten.

Torrent de Pareis

Wir liefen fröhlich weiter und meisterten alle Gesteinsbrocken und engen Stellen mit Bravour. Kurz vor dem Umkehrpunkt bin ich leider über einen Felsen, der den Weg versperrte, nicht mehr drüber gekommen. War nicht so schlimm, weil kurz dahinter sowieso der Wendepunkt gewesen wäre. In dem Moment frustrierte mich das trotzdem ein bisschen.

Torrent de Parais auf Mallorca

Torrent de Parais auf Mallorca

Zurück am Strand wunderten wir uns über die vielen Menschen. Die Erklärung für diese Flut an Leuten fanden wir auf dem Rückweg zum Auto: es waren 4 Reisebusse eingetroffen. Na, da hatte sich unser Early-Bird-Motto mal wieder ausgezahlt.

Am Parkplatz wartete dann allerdings noch eine Überraschung auf uns: die Schranken waren runtergelassen und ein Angestellter saß im Kassenhäuschen. Wir erklärten ihm, warum wir kein Parkticket vorzeigen konnten. Daraufhin rechnete er die Zeit seit seinem Dienstbeginn ab.

Kleines Fazit

Eine beeindruckende Schlucht, die die Natur erschaffen hat! Auf der kleinen Wanderung bekamen wir einen tollen Eindruck vom Torrent und möchten diesen beim nächsten Mallorca-Aufenthalt komplett durchwandern.

Du solltest dich früh am Parkplatz einfinden und damit rechnen, dass gegen Mittag der große Trubel beginnt.

Übrigens: Die große Wanderung durch die Schlucht haben wir inzwischen auch erlebt. Mehr erfährst du in diesem Artikel.


Rundwanderweg Puig de L’Ofre – Nr. 29

Auf diesen 11,5 km langen Rundwanderweg nahmen wir Stephans Vater mit. Die Wanderung führte um den Cúber Stausee herum bis auf den Gipfel L’Ofre mit einem traumhaften Panoramablick. Am Anfang liefen wir über einen breiten Schotterweg am See entlang. Anschließend durchquerten wir ein Gatter (unbedingt wieder schließen!) und wanderten weiter wir über einen gut befestigten Fahrweg.

Wanderung Puig de L'Ofre

Wanderung Puig de L'Ofre

Wir sahen einige Esel, viele Schafe und eine Herde Pferde, die hier leben. Daher ist das Verschließen des Gatters so wichtig!

Einige Zeit spazierten wir freudig vor uns hin, genossen die Landschaft und die Ruhe. Außer uns waren wenige andere Wanderer unterwegs. Irgendwann führte die Wanderung dann ziemlich steil einen Waldpfad hinauf. Das war es dann mit Ruhe und Gemütlichkeit 😉

Hier kamen wir ordentlich ins Schwitzen. Der Gipfelpfad verlief dann richtig steil weiter: es waren gefühlt 1.000 Stufen zu überwinden. Mit meinen kurzen Zwergenbeinen nicht ganz einfach, aber machbar. Auf dem Weg nach oben kamen uns ein paar andere Wanderer entgegen, die mit Wanderstöcken ausgerüstet waren. An den engeren Stellen ist dann gegenseitige Rücksichtsnahme angesagt, ein Schubser wird dort schnell sehr gefährlich.

Oben angekommen genossen wir den fantastischen Panoramablick und aßen einen mitgebrachten Snack. Außer uns war bereits ein Paar aus Österreich auf dem Gipfel. Mit ihnen unterhielten wir uns ein wenig.

Wanderung Puig de L'Ofre

Der anschließende Abstieg war unspektakulär und recht entspannt. Am Ende führte der Weg auf der anderen Seite des See entlang. Am Auto freuten sich unsere Füße über Entlastung und anderes Schuhwerk.

Kleines Fazit

Eine schöne Wanderung, ohne allzu viele kniffelige Stellen. Für den Gipfelpfad benötigst du dennoch Kondition und solltest gutes Schuhwerk tragen. Der sagenhafte Rundumblick ist die Mühe allemal wert!


Rundwanderweg Kleine Runde um Valdemossa – Nr. 17

Dieser Rundweg war mit 11 km Länge genau das Richtige für unseren vorletzten Urlaubstag. Die Wanderung beginnt in der Stadt Valdemossa. Diese ist ein absoluter Touri-Hotspot. Es gibt mehrere teure Parkplätze. Wir ergatterten einen der kostengünstigeren Parkplätze in einer der Seitenstraßen. Du solltest früh morgens in Valdemossa eintreffen, denn diese Stadt wird später im wahrsten Sinne des Wortes überrannt!

Bis zum eigentlichen Startpunkt der Wanderung liefen wir durch ein Wohngebiet mit tollen Häusern. Hier ist das Parken übrigens verboten. Der Weg führt dann ziemlich steil und lang gezogen über einen breiten Schotterweg. Später windet sich der Weg im Zickzack (und noch steiler!) nach oben. Stephan, sein Vater und ich brauchten immer wieder kurze Verschnaufpausen. Die beiden Männer jammerten etwas herum und schlugen vor, doch einfach in die Stadt zurück zu gehen. Nix da, wir wollten doch wandern! Ich ging zügig voran und wartete dann an einigen Stellen auf die beiden Herren.

kleine Runde um Valdemossa

kleine Runde um Valdemossa

Am Ende der Wanderung sagte Stephans Vater, dass er ohne mich definitiv zurück gegangen wäre. Aber durch mein zügiges Vorangehen war sein Ehrgeiz geweckt. Der Anfang des Weges ist wirklich nicht besonders schön, aber oben angekommen vergisst man diese Mühen sehr schnell!

Ein toller Blick auf verschiedene Buchten und später ins Tal hinunter.

kleine Runde um Valdemossa

kleine Runde um Valdemossa

Über diese steilen Wege wurden früher übrigens die Eselskarren getrieben. Und die Einheimischen holten sich Holz und Steine aus dem Wald. Für uns heute unvorstellbar, oder?

Der Rückweg bot noch ein paar schöne Aussichten. Bergab empfinde ich durchaus ähnlich anstrengend, wie bergauf gehen. Unsere Knie mussten heute ganz schön was aushalten. Wir bewegten uns bergab zwar sicherlich schneller, aber diese Wanderung steckte uns allen danach etwas in den Knochen 😉

Kleines Fazit

Eine durchaus lohnenswerte Wanderung. Bei allzu großer Hitze würde ich aber dennoch einen anderen Wanderweg aussuchen.

Wer sich viel bewegt, darf auch viel Hunger haben 😉 Vier Top Tipps für Foodies auf Mallorca findest du hier

Eine richtig coole Küstenwanderung kannst du im Süden Mallorcas erleben.

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