Südlichster Punkt Afrikas und rasante Quad Tour durch die Berge

Cape Agulhas Aussicht von der Sanddüne
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Der achte Tag unserer Südafrika Reise führte uns zum südlichsten Punkt Afrikas. Nachmittags ging es mit Quads rasant durch die Berge – zumindest bis unsere Quad Tour mit einem lauten Knall erstmal ein vorläufiges Ende fand.

Der Tag begann mit einem ausgiebigen Frühstück in unserer Unterkunft, der Agulhas Country Lodge. Es war nicht schlecht, aber wir hatten in anderen Unterkünften auch schon besseres Frühstück. Die Aussicht hingegen war bombastisch.

Ach, hatten wir übrigens schon den Ultra-Mega-Schlüsselanhänger erwähnt? Die Hosentasche will ich sehen, in die man den Schlüssel samt Anhänger rein bekommt.Schlüsselanhänger in der Agulhas Country Lodge

Lighthouse Besichtigung

Nachdem wir unsere Koffer die steile Treppe der Agulhas Country Lodge runtergeschubst hatten, fuhren wir zum Lighthouse am Cape Agulhas. Der Eintritt kostete 28 ZAR pro Person und ist nicht in der Wild Card inkludiert. Mutig erklimmten wir die engen und steilen Leitern im Leuchtturm. Oben angekommen sahen wir, dass eine der Leitern von drei Mini-Schräubchen gehalten wurde. Super, wir mussten ja wieder dort herunter…

Lighthouse Cape Agulhas

 

Fantastische Aussicht vom Leuchtturm

Diese fantastische Aussicht war die Mühe mit den Leitern definitiv wert.

Aussicht vom Leuchtturm Cape Agulhas

Aussicht vom Leuchtturm Cape Agulhas

Im Untergeschoss befindet sich übrigens die Touristeninformation, ein Museum mit Bildern von Leuchttürmen aus aller Welt und ein kleiner Shop. Bei den Bildern waren sogar Leuchttürme aus Deutschland dabei. Im Shop sprach mich ein kleiner Kühlschrankmagnet an, der unbedingt mit nach Deutschland wollte 😉

Southernmost Tip of Africa / Südlichster Punkt Afrikas

Die Leitern hielten unserem Gewicht beim Abstieg stand. Unverletzt machten wir uns auf den Weg zum Parkplatz am Southermost Tip of Africa. Ein Holzbohlenweg führt zum Podest, vor dem jeder sein obligatorisches Foto schießt.Südlichster Punkt Afrikas

Southernmost Tip of Africa

Erfreulicherweise waren außer uns nur eine handvoll anderer Leute da. Die Wartezeit überbrückten wir mit einem kurzen Geburtstagsgruß per Video an Stephans Cousine. Dann durften wir rauf aufs Podest. Der indische Ozean ist wärmer als der Pazifik. Daher sieht man unterschiedliche Wasserfarben.

Unser Timing war optimal. Auf den Parkplatz fuhren gerade zwei Kleinbusse, als wir uns auf den Rückweg machten.

Rasperpunt Hiking Trail

Rund um den Southermost Tip of Africa gibt es verschiedene Wanderwege. Wir entschieden uns für den Rasperpunt Hiking Trail mit einer Länge von 5,5 km. Der Start liegt in der Nähe vom Schiffswrack Meisho Maru. Dieses japanische Schiff sank im Jahr 1982 mitsamt seiner Ladung Thunfisch. Glücklicherweise überlebten alle Besatzungsmitglieder.

Am Anfang führt der Trail entlang der Wasserlinie. Hier fanden wir allerhand angespültes Zeug aus dem Ozean. Zudem sahen wir einige Krebse, Muscheln und giftige blaue Seeblasen. Die Seeblasen schauen zwar faszinierend aus, liegen lassen sollte man sie natürlich trotzdem.

Schiffswrack Meisho Manu am Rapserpunt Hiking Trail

Krebs auf dem Rasperpunt Hiking Trail

Leider ist der Weg nicht so extrem gut markiert, oder wir hatten einfach Tomaten auf den Augen. Jedenfalls bemühten wir immer wieder Onkel Google und seine Karten. Später sahen wir, dass wir insgesamt einen Umweg von ca. einem Kilometer gelaufen waren.

Im weiteren Verlauf führt der Trail über eine Sanddüne. Bei jedem Schritt nach vorne fühlt es sich an als würde man drei Schritte zurück rutschen. Der Blick über die Küstenlinie ist diese Bemühung allemal wert! Wenn man Glück hat, beobachtet man von hier oben Delfine und Wale. An diesem Tag sahen wir ein paar große Schiffe. Bestimmt aufregend so eine Schiffstour um das Kap von Afrika.

Rasperpunt Hiking Trail

Blick von der Düne Rasperpunt Hiking Trail

Gansbaai und Kleinbaai

Weiter ging es mit dem Auto nach Kleinbaai. Wir checkten im White Shark Guest House ein. Wie der Name der Unterkunft schon mitteilt, sind Gansbaai und Kleinbaai vor allem für das Shark Cage Diving berühmt. Das wollten wir allerdings nicht machen. Unsere Gastgeberin Renée begrüßte uns sehr herzlich und war sehr hilfsbereit. Das Haus ist gemütlich eingerichtet, farblich ist alles aufeinander abgestimmt. Vielleicht nicht jedermanns Lieblingsfarbe (Lila), aber es passte alles zusammen.

Mit Quads rasant durch die Berge

Spontan überkam uns die Lust auf eine Quadtour. Stephan rief beim Anbieter „Quad Explore Nature Trails“ an. Wie bei der Helikoptertour richtete man sich total nach uns. Also vereinbarten wir, dass wir uns sofort auf den Weg machen würden. Das Navi führte uns zum Hafen von Gansbaai. Angesichts der ganzen zerbrochenen Glasscherben, eingeschlagener Fensterscheiben und merkwürdiger Gestalten, machte sich ein mulmiges Gefühl breit. Wir hielten kurz an und riefen nochmal bei der Quad Tour an.

Der Guide (leider haben wir seinen Namen vergessen und nicht notiert) versuchte uns zu erklären, wo wir herfahren sollten. Letztendlich fanden wir ihn irgendwann, er war nämlich netterweise zur Hauptstraße gefahren, um uns einzusammeln 🙂

Einige Kilometer Dirt Road weiter kamen wir auf einer kleinen Farm an. Die gelben Quads standen in einer Garage. Helm mit Hygieneschutz wurde uns gestellt. Für mich gab es den Helm in Kindergröße, für Stephan den Größten. Eine kurze Erklärung zum Quad folgte. Ich bin zwar schon mal mit so einem Ding gefahren, aber die waren mit Automatik-Schaltung. Semi-Automatik, wie hier, kannte ich nicht. Von den ganzen Erklärungen hängen geblieben war:

„Die Schaltung ist nicht sooo wichtig, wir fahren überwiegend im dritten Gang.“

Na wunderbar, dachte ich mir, fahre ich eben im dritten Gang. Der Guide startete die Quads und los ging es. Er selbst vorne weg, Stephan hinterher und ich bildete das Schlusslicht.

Der erste Teil der Tour führte durch den Wald und bei einer kleinen Pause erklärte unser Guide einiges zur Umgebung und der Tier- und Pflanzenwelt.Quad Tour durch die Berge

Ein lauter Knall und das vorläufige Ende unserer Quad Tour

Der zweite Teil begann mit einem „Off Road Parcour“. Hier fuhren wir ein paar schnelle (oder ich eher langsamere) Runden. Schnell musste ich feststellen, dass ich mit meinem „schaltfaulem“ Verhalten nicht so weit bzw. schnell voran kam. Nach dem Parcour ging es einen langen Weg bergauf.

Plötzlich ein lauter Knall und zack da stand Stephans Kiste. Ein Motorschaden? Abzusehen war das nicht und ich fuhr hinten auf. Ein paar Schrammen mehr bei den Quads machten allerdings wirklich nichts aus. Unser Guide bekam von dem kleinen Problem erstmal nichts mit. Er fuhr nämlich weiter rasend schnell voran.

Auf dem schmalen Feldweg konnte ich mein Quad nicht an Stephans Schrotthaufen vorbei lenken. Wir warteten also und dachten uns, dass man uns schon irgendwann vermissen wird. Gefühlte Ewigkeiten später hörten wir endlich ein Gefährt rattern. Der Guide versuchte Stephans Quad wieder ans laufen zu bekommen. Leider vergeblich.

Neues Quad und erneuter Start der Tour

Dann hieß es: zurück zur Farm. Ich musste auf meinem Quad hinten drauf mitfahren. Stephan fuhr es, dem Guide hinterher, zurück zum Startpunkt unserer Tour. Wirklich keine schöne Angelegenheit auf dem Stahl-Gepäckträger und dann die holprigen Wege entlang zu düsen. Beim „neuen“ Quad schaute der Guide erstmal in den Tank.

„Just to be sure.“

Ihm war die ganze Aktion sichtlich unangenehm. Stephan fuhr los und musste direkt wieder anhalten, weil das Schutzblech am Reifen schliff. Der Guide trat mit einem gewaltigen Fußtritt das Schutzblech in die richtige Position und pumpte den Reifen nochmal auf. Nun ging es endlich weiter.
Wieder den Feldweg hoch, anschließend einen ganz steilen, mit dicken Steinen belegten, Pfad. Der Ausblick von dort oben ist wunderbar. Allerdings machte sich in mir die Sorge über den Rückweg breit.

Vom Aussichtspunkt sieht man die Insel, zu der alle Shark Cage Diving Schiffe fahren. Dort lebt nämlich eine große Robbenkolonie und entsprechend halten sich dort viele weiße Haie auf.

Wir unterhielten uns mit dem Guide und er berichtete, dass er aus Johannesburg stammt. Vor ein paar Jahren stand bei ihm die Überlegung an, ob er weiterhin gutes Geld verdienen und in einem schlechten Umfeld weiter leben möchte oder aber mit weniger Geld sein eigener Chef sein und sich in einer sicheren und wunderschönen Umgebung niederlassen will.

Während unserer rasanten Fahrt wurde natürlich enorm viel Staub und Dreck aufgewirbelt. Somit waren wir am Ende unserer Tour extrem dreckig. Blöd, wenn man ab und an vergisst das Visier vom Helm herunterzulassen.

Beim Abendessen getäuscht durch gute Bewertungen

Erstmal war ausgiebiges Duschen in unserer Unterkunft angesagt, um den ganzen Staub abzuwaschen. Anschließend suchten wir eine Möglichkeit für unser Abendessen. Leider ergaben die ersten paar Anrufe bei Restaurants im Ort, dass die meisten guten Locations wohl komplett ausgebucht waren. Schlussendlich landeten wir im „Tuscany“.

Leider täuschte der anfänglich gute Eindruck der Bewertungen bei Tripadvisor. Wir fragten uns, ob da nicht möglicherweise etwas geschummelt wurde. Außer uns war nur ein weiterer Tisch mit 4 Personen belegt. Trotzdem warteten wir 45 Minuten auf unser Essen! Auf Nachfrage sagte man uns, dass man durch den anderen Tisch eine riesige Bestellung abarbeiten müsse 😉 Das Essen selbst überzeugte uns leider auch nicht. Kleine Portion, wenig Geschmack und fettig.

Im nächsten Blogbeitrag führt unsere Reise weiter in die Wal-Stadt Hermanus.

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